Die Felicitas-Kirche in Untertrubach

Kirche mit Osterbrunnen 2015

 

Die Untertrubacher Kirche mit dem liebevoll geschmückten Osterbrunnen

 

Das kleine idyllische Dörfchen Untertrubach mit seinen ca. 120 Einwohnern liegt zwischen Obertrubach und Egloffstein im romantischen Trubachtal. Das Dorf wurde bereits im Jahr 1007 urkundlich erwähnt und dürfte zu einem der ältesten Dörfer der Fränkischen Schweiz zählen. Auch das schmucke Äußere der Felicitaskirche läßt nicht ahnen, daß der Kern der Anlage bereits um 1250 entstanden ist. Datieren läßt sich diese Zeit aufgrund von Bauanalysen, wobei im Untergeschoß, welche den Altarraum enthielt, eine Zickzackrahmung gefunden wurde. Die Sage erzählt, daß die Kirche nicht am jetzigen Standort errichtet werden sollte, sondern ca. 1 km weiter östlich am Asterbach. Auf unerklärliche Weise wurde das Baumaterial, welches am besagten Platz schon mehrmals gelagert war, immer wieder an den heutigen Standort gebracht. Auch heute heißt dieser Ort am Asterbach immer noch Kirchbühl. Im Jahr 1628 wurde die Kirche fast auf das Doppelte vergrößert. 1711 begann man sich dem damaligen Zeitgeschmack anzupassen. Die gotischen Fenster wurden nun mit einem Stichbogen versehen. Diese Umgestaltungsmaßnahmen waren bis 1980 in den äußeren Fensterleibungen der beiden Chorfenster noch nachvollziehbar. Weitere Renovierungsarbeiten wurden 1936, wo das Portal nach Westen verlegt wurde, und 1965 bis 1969 durchgeführt. In dieser Zeit wurde das Innere der Kirche stark verändert. So verschwanden die Altäre und Aufsätze spurlos, ein neues Bankgestühl wurde eingebaut, und die alte Pfeifenorgel wurde gegen eine Elektronische ersetzt. Auch die Anbringung einer Holzkassettendecke und die Auslegung mit einem rotem Ziegelboden veränderte das Innenraumgefüge sehr stark. 1978 wurden die Bauschäden derart groß, daß man sich sofort entschloß, die Trockenlegung und das Andübeln des Turmes an die Kirchenschiffwände voranzutreiben. Bei den Abfangarbeiten der Westfassade drohte Einsturzgefahr. Die Wand wurde abgetragen. Somit war die Voraussetzung für die dritte und letzte Erweiterung gegeben. 1980 bis 1982 wurde die Kirche nun nochmals um ca. 10 Meter nach Westen erweitert. Der Leitgedanke bei dieser letzten Renovierung war die heutige Liturgie. Der Altar wurde in den Raum der Gemeinde gestellt, die ihn von drei Seiten umgibt Das Lesepult (Ambo) steht dahinter, während Tabernakel und Ewiges Licht so angeordnet sind, daß sie ins Land hinaus sichtbar sind. Die Ausrichtung der Gemeinde auf den Altar wird auch durch die diagonal angeordneten Deckenfelder unterstrichen. An der Ostwand ist die Patronin der Kirche, die Heilige Felicitas mit ihren sieben Söhnen, angebracht. Die Legende berichtet von einer Witwe, die sieben Söhne hatte und im zweiten Jahrhundert in Rom lebte. Sie hielt an ihrem christlichen Glauben fest, auch als alle ihre Söhne vor ihren Augen grausam hingerichtet wurden. Zuletzt starb sie selbst durch das Schwert. Felicitas (Lt: "Glückseligkeit") gilt als Patronin der Frauen und wird für reichen Kindersegen um Fürbitte angerufen.

 

Mehr zur Geschichte finden Sie im Kirchenführer.